KRONACH leuchtet®


27.04. - 06.05.18


10 Nächte wohlfühlen – entdecken – staunen ab 19:30 Uhr

Die Enge der Leichtigkeit des Seins

 

Der Lichtpunkt im Felsenkeller an der Schwedenstraße.

Der  Künstler Winfried Wunderlich präsentiert zwei Lichtkunstwerke. Winfried Wunderlich aus Gera erhielt den deutschen Installationspreis 2015 für seine Arbeit „… wenn alles in Scherben fällt“ mehr Informationen finden Sie hier.

 

Die Enge der Leichtigkeit des Seins Winfried Wunderlich

Die Enge der Leichtigkeit des Seins Winfried Wunderlich

Die Enge der Leichtigkeit des Seins

Der Mensch will fliegen, schweben,

frei und gelöst sich erheben.

Engelgleich fliehen der Enge des Lebens –

der Sturz ist die Gefahr des Strebens!

Ich will mich verkriechen, schützen,

tief in die Erde mich stürzen.

Geborgenheit in der Schwere des Steins –

nichts nimmt die Gefahren des Seins!

Winfried Wunderlich

Die Enge der Leichtigkeit des Seins

 

Figurative Strukturen schweben hell

im Dunkel der Höhle.

Die Haltungen der Figuren stehen im Gegensatz zur Leichtigkeit des Schwebens: beengt, stürzend!

Die Gefahr der Geborgenheit ist virulent.

 

Die Enge der Leichtigkeit des Seins Winfried Wunderlich

Idee

 

Bis heute sind Höhlen Orte, in denen die Verbindung von Mensch und Raum ganz persönlich und intim vollzogen wird. Hier ist der Mensch tiefen inneren Erfahrungen ausgesetzt. Es sind Orte geistiger Sammlung, an denen Identität und Erinnerung zelebriert werden. Kaum eine Raumsituation erzeugt einen ähnlich starken, fast sakralen Eindruck auf alle Sinne des Menschen, ruft mythische und reale Ängste und Wünsche hervor.

Höhlen spiegeln in der Entwicklung der menschlichen Kultur das diametrale Spannungsfeld zwischen Geborgenheit und Phobie.

Die derzeitige Kultur setzt auf eine vordergründige Oberflächlichkeit. Freizeit, Spaß, gauklerhafte Leichtigkeit sind die Ideale der Gegenwart. Doch die Ambivalenz gesellschaftlicher Entwicklungen bietet keine Sicherheit. Sie erweckt nur den Schein von Geborgenheit, der zu Sorglosigkeit verführt. Die Gefahr der Geborgenheit ist virulent!

Die Höhle mit ihrer emotionalen Dualität ist Bildnis für die ewige Sehnsucht des Homo faber nach der Leichtigkeit des Schwebens und seiner Gefährdung durch die eigene Übermut – Ikarus lässt grüßen.

Objekt

 

In größtmöglicher Dunkelheit stehen schmale Glasflächen (B/H ca. 40/200cm)

Diese sind mit figurativen Tiefgravuren versehen und von unten ausschließlich durch die Kante in der Flächenachse beleuchtet. Die Art der Beleuchtung lässt ausschließlich die Gravur erstrahlen – die „Figuren“ schweben.

Dieses Schweben wird durch die zwanghafte Haltung der Figuren, deren nicht ersichtliche Einengung, verwirrend in Frage gestellt.

Eine verspiegelte Rückwand verdichtet die Virtualität der Szene.

Beim Betreten eines definierten Betrachtungsstandortes schaltet ein Bewegungsmelder einen zeitverzögerten Lichtblitz: die Installation verschwindet (wird überstrahlt) und der Betrachter sieht sich selbst im Spiegel – der Betrachter wird Teil der Installation.

 

 

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